Die Einzelheiten im "The Work"-Prozess

 

"The Work" anwenden

 

"The Work" ist in drei einfachen Schritten getan:

 

1. Fülle das Arbeitsblatt "Urteile über Deinen Nächsten" aus.

2. Stelle die 4 Fragen

3. Kehre es um!

 

1: Beurteile deinen Nächsten

 

Über Jahrtausende wurde uns beigebracht unseren Nächsten nicht zu verurteilen, aber wir tun es trotzdem ständig. Wie unsere Freunde handeln sollten, um wen sich unsere Kinder kümmern sollten, was unsere Eltern fühlen, sagen oder tun sollten.

 

Anstatt diese Verurteilungen zu unterdrücken, benutzten wir diese in der "Work" als Ausgangspunkte zur Selbsterkenntnis. Indem sich der verurteilende Verstand auf dem Papier ausleben kann, entdecken wir durch den Spiegel der Menschen in unserer Umgebung, was uns über uns selbst bis jetzt verborgen geblieben ist.

 

Fülle also als erstes ein "Arbeitsblatt: Urteile über deinen Nächsten" aus.  

 

2. Stelle die vier Fragen

 

Untersuche jede Ausage auf dem "Arbeitsblatt: Urteile über deinen Nächsten" mit den vier Fragen und der Umkehrung (siehe unten). Die "Work" ist Meditation. Es geht um Bewusstsein und nicht um den Versuch, die Gedanken zu ändern.

 

Stelle die Fragen und nimm Dir dann Zeit. Gehe nach innen und warte, bis die tieferliegenden Antworten an die Oberfläche kommen. Lade den "Leitfaden zum Begleiten" hier herunter, um ihn als Hilfestellung zu verwenden.

 

Im Grunde besteht die "Work" aus den vier Fragen und der Umkehrung. Der erste Gedanke auf obigem Arbeitsblatt, den Du überprüfen könntest, wäre z.B. „Paul hört mir nicht zu.“ Suche nach jemanden in Deinem Leben, über den Du den gleichen Gedanken hattest und probiere "The Work": „[Name] hört mir nicht zu.“

 

Dann stellst Du Dir die vier Fragen ...

 

Ist das wahr?

 

Kannst du mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist?

 

Wie reagierst du, was passiert, wenn du diesen Gedanken glaubst?

 

Wer wärst du ohne den Gedanken?

 

Jetzt kehre die Aussagen um und finde mindestens drei echte Beispiele für jede Umkehrung. 

 

 

3. Die Umkehrung(en)

 

 Nachdem Du Deine Aussage mit den vier Fragen untersucht hast, kannst Du sie umkehren. Jede Umkehrung ist eine Gelegenheit, das Gegenteil der ursprünglichen Beurteilung zu erfahren und die Gemeinsamkeiten zu erkennen, die Du mit der verurteilten Person teilst.

 

Eine Aussage kann ins Gegenteil, auf die andere Person und auf Sie selbst umgekehrt werden (manchmal ist auch die Umkehrung zu „mein Denken“ möglich). Zum Beispiel kann Paul versteht mich nicht zu „Paul versteht mich“ umgekehrt werden. Eine weitere Umkehrung ist Ich verstehe Paul nicht. Eine Dritte wäre Ich verstehe mich selbst nicht.

  

Sei bei den Umkehrungen erfinderisch. Durch den Spiegel anderer enthüllen sie Dir vorher ungekannte Seiten von Dir selbst. Wenn Du eine Umkehrung gefunden hast, gehe in Dein Inneres und fühle sie. Finde mindestens drei echte Beispiele in Deinem Leben, bei denen die Umkehrung zutrifft.

 

Dazu einmal Katie selbst:

 

"Als ich anfing, meine Umkehrungen auszuleben, erkannte ich, dass ich alles war, was ich anderen zugeschrieben hatte. Andere waren nur meine Projektion. Anstatt zu versuchen, meine Umgebung zu ändern (was nie funktionierte), bringe ich heute die Gedanken zu Papier, untersuche sie und kehre sie um.

 

Dabei fällt mir auf, dass ich genauso bin, wie ich andere sehe. In dem Augenblick, in dem ich andere als egoistisch ansehe, bin ich selbst egoistisch (indem ich darüber entscheiden will, wie andere zu sein haben). In dem Moment, in dem ich jemanden als lieblos sehe, bin ich selbst lieblos. Wenn ich glaube, du sollst aufhören Krieg zu führen, führe ich selbst Krieg mit meinem eigenen Verstand."

  

Die Umkehrungen sind Dein Rezept zum Glück. Lebe die Arznei, die Du anderen verordnet hast. Die Welt wartet auf nur eine Person, die sie lebt. Diese Person bist Du!

 

Weitere Beispiele für Umkehrungen:

 

„Er sollte mich verstehen“ wird umgekehrt zu:
- Er sollte mich nicht verstehen. (Das ist die Realität.)
- Ich sollte ihn verstehen.
- Ich sollte mich selbst verstehen.

 

Ich brauche es, dass er zu mir liebenswürdig ist wird umgekehrt zu:
- Ich brauche es nicht, dass er zu mir liebenswürdig ist.
- Ich brauche es, dass ich zu ihm liebenswürdig bin. (Kann ich so leben?)
- Ich brauche es, dass ich zu mir selbst liebenswürdig bin.

 

Er behandelt mich lieblos wird umgekehrt zu:
- Er behandelt mich liebevoll. (So gut er es kann.)
- Ich behandle ihn lieblos. (Kann ich finden, wo?)
- Ich behandle mich selbst lieblos (Wenn ich meine Gedanken nicht untersuche.)

 

Paul sollte mich nicht anschreien wird umgekehrt zu:
- Paul sollte mich anschreien. (In der Realität macht er das offensichtlich manchmal. Höre ich zu?)
- Ich sollte Paul nicht anschreien.
- Ich sollte mich nicht anschreien.
(Gehe ich in meinem Kopf immer und immerwieder durch, wie Paul mich anschreit? Wer ist gnädiger – Paul, der nur einmal geschrien hat, oder ich, die es hundert Mal immer wieder abgespielt hat?)

 

 

Die Wirklichkeit annehmen

 

Nachdem Du die Beurteilungen der Antworten Nr. 1 bis Nr. 5 auf dem Arbeitsblatt umgekehrt hast (mit der Frage, ob sie genauso wahr oder wahrer sind), kehrst Du Nr. 6 um. Verwende dabei „Ich bin bereit, ...“ und „Ich freue mich darauf, ...“.

 

Zum Beispiel wird „Ich will nie wieder einen Streit mit Paul erleben“ umgekehrt zu „Ich bin bereit, einen Streit mit Paul zu erleben“ und „Ich freue mich auf einen Streit mit Paul“.

 

Warum würdest Du Dich darauf freuen?

 

Bei Nr 6. geht es um die vollkommene Annahme von Verstand und Leben ohne Angst, und die Offenheit gegenüber der Realität.

 

Wenn Du Dich wieder mit Paul streitest, gut. Wenn es schmerzt, könntest Du Deine Gedanken zu Papier bringen und sie untersuchen. Unbehagliche Gefühle erinnern uns nur daran, dass wir an etwas festhalten, das für uns nicht unbedingt wahr ist. Sie erinnern uns, dass es Zeit ist, zur "Work" zurückzukehren.

 

Bis Du den Feind nicht als Freund sehen kannst, ist die "Work" für Dich noch nicht abgeschlossen. Das bedeutet nicht, dass Du ihn zum Abendessen einladen musst. Freundschaft ist einen innere Erfahrung. Du wirst ihn vielleicht nie wieder sehen, vielleicht trennst Du Dich sogar von ihm – aber spürst Du Stress oder Frieden in Dir, wenn Du an ihn denkst?

 

Wenn Du Stress spürst, dann zeigt Dir dies, dass Deine "Work" nochmals vertieft werden muss, damit Du nicht mehr leidest. Nimm den Stress dann dankbar als nützlichen Hinweis für Dein Glück an!

 

(Die Erläuterungen beruhen direkt auf Katie's Ausführungen. Siehe auch unter "Links")

 

Was ist wichtiger als glücklich zu sein? Nichts!

 

Michael Arpe

Coach für "The Work"

 

Glücklicher durch's Leben!

 

 

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